Wie wirkt sich eine PV-Anlage auf den Energieausweis aus?

Mehr als nur Strom vom Dach

Der Energieausweis spielt beim Verkauf oder bei der Vermietung einer Immobilie eine wichtige Rolle. Er gibt Auskunft über den energetischen Zustand des Gebäudes und ordnet es einer Effizienzklasse zu – von A+ bis H.

Viele Hausbesitzer fragen sich daher:
Verbessert eine Photovoltaikanlage den Energieausweis?

Die Antwort ist differenziert – und hängt davon ab, welcher Ausweis vorliegt und wie das Gebäude insgesamt energetisch aufgestellt ist.

Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis – der Unterschied

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Energieausweisen:

Verbrauchsausweis

Er basiert auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der Bewohner in den letzten Jahren.
Hier kann sich eine PV-Anlage indirekt positiv auswirken – weil der zugekaufte Strom sinkt und damit der dokumentierte Energieverbrauch.

Bedarfsausweis

Er berechnet den theoretischen Energiebedarf des Gebäudes anhand von Bauweise, Dämmung, Heiztechnik und Anlagentechnik.
Hier wird es komplexer: Eine PV-Anlage kann berücksichtigt werden, wenn sie den Primärenergiebedarf des Gebäudes reduziert – vor allem in Kombination mit Wärmepumpe oder Stromdirektnutzung.

Der entscheidende Wert: Primärenergiebedarf

Im Energieausweis ist vor allem der sogenannte Primärenergiebedarf relevant.
Dieser Wert berücksichtigt nicht nur den Verbrauch, sondern auch, wie die Energie erzeugt wird.

Erneuerbare Energien – wie Solarstrom – werden günstiger bewertet als fossile Brennstoffe.
Wenn eine PV-Anlage einen Teil des Strombedarfs deckt, kann sich der Primärenergiewert dadurch verbessern.

Besonders deutlich wird der Effekt, wenn:

  • eine Wärmepumpe mit Solarstrom betrieben wird
  • der Eigenverbrauch hoch ist
  • fossile Energieträger ersetzt werden

Reicht eine PV-Anlage allein für eine bessere Effizienzklasse?

In den meisten Fällen: Nein, nicht allein.

Eine Photovoltaikanlage verbessert den energetischen Gesamtwert, ersetzt aber keine Dämmung, keine moderne Heiztechnik und keine Gebäudehülle.

Das bedeutet:
Sie wirkt unterstützend – ist aber selten der alleinige Grund für einen Sprung um mehrere Effizienzklassen.

Kombinationen mit besonders starkem Effekt

Eine deutliche Verbesserung im Energieausweis entsteht häufig durch die Kombination von:

  • Photovoltaik
  • Wärmepumpe
  • guter Dämmung
  • moderner Fenstertechnik

In diesem Zusammenspiel kann sich der Primärenergiebedarf erheblich reduzieren.

Auswirkungen auf Immobilienwert und Verkauf

Auch wenn die Effizienzklasse sich nicht dramatisch verändert, wirkt sich eine PV-Anlage dennoch positiv auf den Marktwert aus.

Gründe dafür:

  • niedrigere laufende Energiekosten
  • höhere Attraktivität bei Käufern
  • bessere Planbarkeit zukünftiger Energiekosten
  • nachhaltiges Energiekonzept

Gerade in Regionen wie Schleswig-Holstein, wo erneuerbare Energien eine große Rolle spielen, achten Käufer zunehmend auf energetische Aspekte.

Wann sollte der Energieausweis aktualisiert werden?

Nach größeren energetischen Maßnahmen – etwa Installation einer PV-Anlage in Kombination mit Heizungsmodernisierung – kann es sinnvoll sein, einen neuen Energieausweis erstellen zu lassen.

Das gilt insbesondere, wenn:

  • die Immobilie verkauft werden soll
  • eine Vermietung geplant ist
  • umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erfolgt sind

Ein Energieberater kann prüfen, ob sich eine Aktualisierung lohnt.

Fazit

Eine Photovoltaikanlage wirkt sich positiv auf den Energieausweis aus – vor allem über den Primärenergiebedarf und in Kombination mit anderen energetischen Maßnahmen.

Allein führt sie selten zu einer drastischen Verbesserung der Effizienzklasse, kann aber ein wichtiger Baustein im Gesamtkonzept sein.

Wer langfristig denkt und Solarstrom mit moderner Heiztechnik kombiniert, steigert nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch die Attraktivität und den Wert seiner Immobilie.