Was passiert nach 20 Jahren mit meiner Photovoltaikanlage?

Das Ende der EEG-Vergütung – und dann?
Viele Photovoltaikanlagen wurden vor rund 20 Jahren installiert. Damals begann die staatlich garantierte Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Diese Förderung läuft nach 20 Jahren aus.
Doch was bedeutet das konkret für Hausbesitzer?
Muss die Anlage abgeschaltet werden?
Ist sie noch wirtschaftlich?
Oder lohnt sich sogar eine Modernisierung?
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen kann eine Photovoltaikanlage auch nach 20 Jahren problemlos weiterbetrieben werden.
Technische Lebensdauer: Meist deutlich länger als 20 Jahre
Moderne Solarmodule sind auf eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren ausgelegt – viele funktionieren sogar noch länger.
Typisch ist eine leichte Leistungsabnahme (Degradation) von etwa 0,2–0,5 % pro Jahr.
Nach 20 Jahren liefern viele Anlagen daher noch rund 85–90 % ihrer ursprünglichen Leistung.
Entscheidend ist:
- Zustand der Module
- Qualität der Montage
- Funktion des Wechselrichters
- regelmäßige Wartung
In vielen Fällen ist die Anlage technisch weiterhin voll einsatzfähig.
Weiterbetrieb ohne Vergütung – lohnt sich das?
Nach Ablauf der EEG-Förderung entfällt die garantierte Einspeisevergütung. Dennoch gibt es mehrere Optionen:
1. Weiter einspeisen
Überschüssiger Strom kann weiterhin ins Netz eingespeist werden – allerdings zu aktuellen Marktbedingungen.
2. Eigenverbrauch erhöhen
Da Strompreise heute deutlich höher sind als vor 20 Jahren, wird der Eigenverbrauch attraktiver.
Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den Zukauf von Netzstrom.
3. Speicher nachrüsten
Bei älteren Anlagen kann die Nachrüstung eines Speichers sinnvoll sein, um den Eigenverbrauch zu steigern.
Oft ist der Weiterbetrieb wirtschaftlich sinnvoll, selbst ohne hohe Vergütung.
Wechselrichter – häufig der erste Austausch
Während Module lange halten, ist der Wechselrichter meist das Bauteil mit der kürzeren Lebensdauer.
Nach 10–15 Jahren wird häufig ein Austausch nötig.
Ist der Wechselrichter nach 20 Jahren noch in Betrieb, sollte geprüft werden:
- arbeitet er effizient?
- entspricht er aktuellen Sicherheitsstandards?
- ist eine Modernisierung sinnvoll?
Ein neuer Wechselrichter kann die Gesamtleistung stabilisieren.
Repowering – alte Technik durch neue ersetzen
Eine weitere Möglichkeit ist das sogenannte Repowering. Dabei werden alte Module durch leistungsstärkere ersetzt.
Vorteile:
- höhere Effizienz auf gleicher Dachfläche
- bessere Erträge
- moderne Sicherheitstechnik
- Anpassung an neuen Strombedarf
Repowering lohnt sich vor allem, wenn:
- der Stromverbrauch gestiegen ist
- Dachfläche optimal genutzt werden soll
- alte Module deutlich an Leistung verloren haben
Rückbau – selten notwendig
Ein vollständiger Rückbau ist in den meisten Fällen nicht erforderlich.
Er kommt eher infrage, wenn:
- die Anlage starke Schäden aufweist
- umfangreiche Dachsanierungen anstehen
- ein kompletter Neubau geplant ist
Solarmodule können fachgerecht recycelt werden. Viele Bestandteile sind wiederverwertbar.
Wirtschaftlichkeit neu bewerten
Nach 20 Jahren sind die ursprünglichen Investitionskosten in der Regel längst amortisiert.
Das bedeutet: Selbst wenn die Einspeisevergütung entfällt, produziert die Anlage weiterhin kostengünstigen Strom.
Entscheidend ist eine neue Wirtschaftlichkeitsbetrachtung:
- Wie hoch ist der Eigenverbrauch?
- Wie ist der technische Zustand?
- Lohnt sich eine Modernisierung?
Ein Fachbetrieb kann dabei helfen, die beste Strategie zu entwickeln.
Fazit
Nach 20 Jahren endet zwar die ursprüngliche Förderung – aber nicht die Lebensdauer der Photovoltaikanlage.
In den meisten Fällen ist ein Weiterbetrieb wirtschaftlich sinnvoll.
Oft ergeben sich sogar neue Chancen: höherer Eigenverbrauch, Speicherintegration oder Repowering.
Wer seine Anlage prüfen lässt und strategisch plant, kann auch nach zwei Jahrzehnten noch viele Jahre von günstigem Solarstrom profitieren.