Was tun, wenn die PV-Anlage weniger Strom liefert als erwartet?

Wenn die Erträge plötzlich enttäuschen
Viele Hausbesitzer beobachten ihre Photovoltaikanlage regelmäßig über eine App oder das Monitoringportal. Umso größer ist die Verunsicherung, wenn die Erträge niedriger ausfallen als erwartet oder im Vergleich zu früheren Jahren deutlich sinken.
Wichtig zu wissen: Ein geringerer Ertrag bedeutet nicht automatisch einen Defekt. In vielen Fällen gibt es nachvollziehbare Gründe, die sich prüfen und oft auch beheben lassen.
Erwartung und Realität richtig einordnen
Ertragsprognosen basieren immer auf Durchschnittswerten.
Abweichungen sind normal – abhängig von Wetter, Jahreszeit und Nutzung.
Kurzfristige Unterschiede können entstehen durch:
- ungewöhnlich viele bewölkte Tage
- längere Regenphasen
- hohe Temperaturen im Sommer
- verändertes Nutzungsverhalten im Haushalt
Erst wenn die Abweichungen dauerhaft und deutlich sind, sollte genauer hingeschaut werden.
Wetter und Jahreszeit als häufige Ursache
Photovoltaik ist wetterabhängig. Ein sonnenreicher Frühling kann Erträge stark anheben, während ein trüber Sommer oder Herbst deutlich darunter liegt.
Auch der Jahresvergleich ist wichtig:
- Wintermonate liefern naturgemäß weniger Strom
- sehr heiße Tage können die Modulleistung senken
- längere Trockenperioden reduzieren die Selbstreinigung durch Regen
Ein einzelner schwacher Monat ist daher kein Grund zur Sorge.
Verschmutzung und Verschattung prüfen
Eine häufig unterschätzte Ursache sind Verschmutzungen auf den Modulen:
- Vogelkot
- Pollen
- Staub oder Ruß
- Laub oder Nadeln
Auch neue Verschattungen spielen eine Rolle:
- gewachsene Bäume
- neue Gebäude in der Umgebung
- Antennen, Kamine oder Satellitenschüsseln
Schon kleine Verschattungen können den Ertrag spürbar beeinflussen.
Monitoring und Wechselrichter kontrollieren
Das Monitoring liefert wichtige Hinweise. Achten Sie auf:
- Fehlermeldungen
- ungewöhnliche Leistungseinbrüche
- Abweichungen einzelner Strings
- längere Offline-Zeiten
Auch der Wechselrichter sollte überprüft werden:
- läuft er störungsfrei?
- ist er gut belüftet?
- zeigt das Display Warnhinweise?
Ein Defekt am Wechselrichter gehört zu den häufigeren technischen Ursachen für Mindererträge.
Alterung der Module realistisch bewerten
Solarmodule verlieren mit der Zeit leicht an Leistung.
Dieser Prozess ist normal und liegt meist bei 0,2–0,5 % pro Jahr.
Ein starker Leistungseinbruch ist jedoch nicht normal und kann auf:
- Materialfehler
- Hotspots
- Zellschäden
- fehlerhafte Verkabelung
hinweisen. In solchen Fällen sollte ein Fachbetrieb prüfen, ob Garantien greifen.
Wann ein Fachbetrieb eingeschaltet werden sollte
Spätestens wenn:
- der Ertrag über Monate deutlich unter den Erwartungen liegt
- das Monitoring Fehler meldet
- der Wechselrichter ungewöhnlich reagiert
- sichtbare Schäden an Modulen oder Kabeln auftreten
ist eine fachliche Prüfung sinnvoll.
Ein erfahrener PV-Fachbetrieb kann systematisch prüfen, ob es sich um ein technisches Problem, eine Verschattung oder eine natürliche Schwankung handelt.
Häufige Fehler vermeiden
Was Hausbesitzer besser nicht tun sollten:
- eigenständig Module reinigen, ohne Sicherung
- Einstellungen am Wechselrichter verändern
- Ertragsvergleiche mit fremden Anlagen ohne Kontext ziehen
- vorschnell von einem Defekt ausgehen
Eine strukturierte Analyse spart Zeit, Geld und unnötige Sorgen.
Fazit
Wenn eine PV-Anlage weniger Strom liefert als erwartet, ist das zunächst kein Grund zur Panik.
Oft liegen die Ursachen in Wetter, Verschmutzung oder veränderten Rahmenbedingungen. In anderen Fällen helfen Monitoring und eine fachliche Prüfung, das Problem schnell einzugrenzen.
Wer seine Anlage regelmäßig im Blick behält und bei Auffälligkeiten rechtzeitig handelt, stellt sicher, dass sie langfristig zuverlässig und effizient arbeitet.